Im Innern des Containers

Ein Container ist ein geschlossenes System mit einem eigenen „Klimasystem“ im Innern. Dieses unterscheidet sich von den Bedingungen im Lager dadurch, dass die Temperaturunterschiede sehr viel größer sind. Es ist nicht unüblich, dass die Temperatur während des Transports in einem Container zwischen dem Gefrierpunkt und über 50°C (122°Fahrenheit) schwankt.

Tatsache ist, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit speichern kann als kalte Luft. Dies bedeutet, dass der Feuchtigkeitsgehalt warmer Luft steigt, wenn diese sich abkühlt. Und wenn sie weit genug abgekühlt ist, kann ein Teil der Feuchtigkeit abregnen oder kondensieren. Das ist genau dasselbe Phänomen, das Tau im Gras oder Nebel an einem kühlen Tag verursacht.

 

Die relative Luftfeuchtigkeit (Relative Humidity, RH) beschreibt den prozentualen Anteil der Feuchtigkeit in der Luft

 

 im Vergleich zum maximalen Feuchtigkeitsgehalt der Luft bei entsprechender Temperatur. Dies bedeutet, dass absolut trockene Luft eine RH von 0 % hat. Die RH kann niemals mehr als 100 % betragen, denn alle überschüssige Feuchtigkeit wird als Regen fallen. Bei einer RH von weniger als 50 % besteht nur ein geringes Risiko für Feuchteschäden.

Der Feuchtigkeitsgehalt verändert sich mit der Temperatur.

 

IIn einem Container ist ein schneller Temperaturanstieg von 5°C auf 10°C häufig ausreichend, um Probleme zu verursachen. Das Wasser wird an der kühlsten Stelle, in den meisten Fällen die Containerwände oder -decke, kondensieren. Von dort aus kann es auf die Fracht tropfen und diese beschädigen, was auch „Containerregen“ genannt wird. Es kann aber auch auf der Fracht kondensieren, beispielsweise im Innern einer eingewickelten Palette, was als „Schwitzwasser“ bekannt ist und in der Regel größere Schäden verursacht.

 


 

Aber auch ohne Kondensation kann ein über einen längeren Zeitraum erhöhter Feuchtigkeitsgehalt Beschädigungen verursachen. Viele Metalle korrodieren oder verfärben sich bereits bei einem moderaten Feuchtigkeitsgehalt von 60-70 %. Bei höherem Feuchtigkeitsgehalt (80-90 %) entsteht Schimmel, lösen sich die Etiketten und werden Wellkartons weich.

 

Sie müssen sich bewusst werden, dass sich der Feuchtigkeitsgehalt der Luft nur ändert, wenn sich die Temperatur ändert. Luft wird beim abkühlen feuchter, auch wenn der Feuchtigkeitsgehalt gleich bleibt.

 

Die Luftfeuchtigkeit in einem Container wird infolge von Temperaturschwankungen während des Transports ebenfalls schwanken. Wenn sich die Temperatur schnell genug ändert, entstehen Feuchtigkeitsrisiken, auch wenn der Container einigermaßen trocken ist.

 

In einem Container gelangt Feuchtigkeit in die Luft, wenn der Container warm ist. Die warme, trockene Luft kann eine große Menge Feuchtigkeit aufnehmen. Oder warme, feuchte Luft dringt durch „Containeratmung“ in den Container ein. Wenn der Container dann abkühlt, wird diese Luft sehr feucht. Hierdurch steigt das Risiko von Feuchteschäden. 

Die Temperatur muss sich jedoch nicht nur allmählich ändern, um einen Unterschied auszumachen. Es ist ebenso gefährlich, wenn verschiedene Zonen im Container unterschiedliche Temperaturen aufweisen. Wenn die warme Luft in eine kühlere Zone eindringt, wird sie feucht und kondensiert gegebenenfalls. Über solche Prozesse können Unmengen Feuchtigkeit im Innern eines Containers umverteilt werden. Hierdurch können ungewöhnliche Schadensmuster entstehen, beispielsweise Schimmelbildung nur an bestimmten Teilen der Ladung.

 

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